Pastellmalerei: Materialien, Tipps und Techniken

Veröffentlicht von kreativ-kann-jeder.com am


Inhalt:
Was braucht man für Pastellmalerei?
Empfehlung Grundausstattung Pastellmalerei
Basiswissen Techniken der Pastellmallmalerei
Was macht man mit dem Pigmentstaub? 3 Tipps

Pastellmalerei verbindet die Möglichkeiten der Malerei und des Zeichnens. Man verwendet blockartige Pastellkreiden in rund oder eckig oder Pastellstifte.

Es gibt verschiedene Arten von Pastellkreiden: Ölpastelle und Softpastelle. In diesem Artikel behandle ich nur die Softpastelle. Ölpastelle werden mit Wachs oder Öl versetzt und sind dadurch cremiger und feuchter. Man arbeitet anders damit und muss auf ganz andere Dinge achten, daher an dieser Stelle die Abgrenzung.

Was braucht man für Pastellmalerei?

Für Pastellmalerei braucht man Pastellkreiden in Stift oder Blockform. Welche Form man nimmt, hängt unter anderem davon ab, wie großformatig man arbeiten möchte. Bis DIN A 5 und zum Ausprobieren reichen die Stifte meiner Erfahrung nach aus. Bei größeren Formaten werden die Grundierung oder andere große Flächen mit den Stiften mühselig. Die meisten Blockkreiden sind außerdem weicher als Pastellstifte und eignen sich schon aus diesem Grund besser für einen gleichmäßigen Auftrag auf großen Flächen.

Es gibt außerdem härtere und weichere Kreiden von verschiedenen Herstellern. Welche sich für euer Werk eignen, hängt davon ab, wie und was ihr malen wollt. Man sollte ein bisschen rumprobieren, um die Sorte zu finden, die am besten zu den eigenen Bedürfnissen und Motiven passt. Generell kann man sagen: Die weicheren Kreiden lassen sich besser mischen und ineinandermalen, mit den härteren kann man besser zeichnen. Die weicheren Kreiden eignen sich daher eher für Flächen und Grundierungen, die härteren Sorten und die Pastellstifte eher für Details. Was man wissen wollte: Weiche Kreiden enthalten weniger Bindemittel und „zerbröseln“ leichter, wenn man damit beim Malen über das Papier fährt. Es staubt mehr und man muss vorsichtiger arbeiten.

Als Malgrund braucht man für Pastellmalerei spezielles, relativ starkes Pastellpapier mit Struktur. Nehmt nicht dasselbe Papier, was ihr auch für Aquarelle oder Acrylmalerei benutzt. Durch die trockene Konsistenz der Pastelle werden sie an glattem Papier nicht haften bleiben und einfach abbröseln. Das Papier gibt es als Einzelbögen und in Malblöcken. Besonders schöne Effekte erzielt man, wenn man farbiges Papier nutzt. Wer ausprobieren möchte, welche Farbe ihm am meisten liegt, kann Blöcke kaufen, die Blätter in verschiedenen Farben enthalten.

Zum Verwischen oder Ineinanderreiben der Farben legt man sich am besten Arbeitsmittel dafür zu. Hier gilt es, auszuprobieren, womit man gut klar kommt und was am wenigsten schmiert. Die Pigmente liegen lose auf dem Papier und die Arbeit sieht schnell verschmutzt aus, wenn man sie dahin verteilt, wo sie nicht hinsollen. Vom Radieren, erst recht mit einem normalen Radierer würde ich daher abraten. Einige nutzen Knetradierer oder Pinsel, ich bevorzuge sogenannte Estompen. Sie sind aus gepresstem papier oder Karton und an beiden Seiten angespitzt. Es gibt Estompen in verschiedenen Größen. dadurch kann man gezielter und sauberer Arbeiten als z.B. mit den Fingern. Auch Wattestäbchen funktionieren gut.

Zum Thema Fixative gibt es verschiedene Meinungen. Da die Pigmente nur lose auf dem Papier verschmieren sie leicht oder werden einfach abgerieben, wenn man sie einfach in einen Malblock oder eine Mappe legt. Auch wenn man neue Schichten darüber legt oder mit dem Fingern oder den Estompen darüber geht, fallen Pigmente ab. Das Fixativ fixiert oder “klebt” die Farbe auf den Malgrund. Man kann es sowohl für Zwischenschichten und zur Finalfixierung nutzen. Auch Haarspray eignet sich, wenn man nicht zu nah ans Bild geht beim Sprühen. Viele nutzen kein Fixativ, weil das Spray die Farben verdunkeln und verfälschen kann. Es ist eben eine zusätzliche Schicht auf dem Bild. Alternativ zum Fixativ kann man das fertige Pastell mit Folie oder Glas schützen.

Mein Tipp: Ich benutze das Fixativ nicht für Zwischenphasen, sondern nur ganz am Ende. Dadurch ist es nur eine Schicht, der Verdunklungseffekt ist nicht stark und die Farben leuchten weiterhin. Man sollte allerdings nicht von näher als 30 Zentimeter sprühen, weil das Bild sonst fleckig oder das Papier zu feucht werden kann. Dadurch verlaufen die Farben. Ob Haarspray oder Fixativ – man sollte es nur draußen oder in gut belüftbaren Räumen verwenden. Das Einatmen ist sehr schädlich für die Gesundheit.

Grundausstattung Pastellmalerei

  • Staedtler Softpastellkreiden, 12 Farben

  • Mein erstes kleines Set war von Jaxell und ich war und bin damit superzufrieden. Bei Amazon gibt es das Jaxell Set aber nur mit 60 Farben. Deswegen verlinke ich euch hier das von Staedtler. Ich habe selbst damit keine Erfahrungen, habe aber bereits mit anderen Materialien von Staedtler gearbeitet und kann die Marke wirklich empfehlen. Und für den Anfang reichen 12 Farben einfach vollkommen aus, vor allem wenn man noch Softpastell-Stifte dazu kauft. Meine persönliche Erfahrung ist, dass die Auswahl der Stifte größer sein sollte als die der Blockfarben, weil man ja mit den eher grundiert und grober arbeitet. Die feinen Farbschattierungen mache ich immer eher mit den Stiften. Mein Basis-Set verlinke ich weiter unten.

    Für alle, die das große 60 Farben-Set von Jaxell haben wollen, verlinke ich es hier der Vollständigkeit halber noch mal: Jaxell Soft-Pastellkreiden, eckige Form, 60 Farben

  • Koh-I-Noor GIOCONDA, Pastellstifte, 12 Farben
  • Ich selbst habe das kleine Basis-Set gekauft und dann noch Stifte in vielen Farben, auch von anderen Marken, nachgekauft. Man kann natürlich auch einfach gleich ein größeres Set kaufen. Das kann unter Umständen günstiger sein. Überlegt vielleicht einfach schon mal, ob ihr auf bestimmte Motive besonders Lust habt. Ich wollte erst mal herausfinden, welche Motive mir am meisten Spaß machen. Ich kenne aber auch Leute, die haben dutzende Braun-, Beige- und Grautöne, weil sie am liebsten Hunde oder Katzen malen. Wer Portraits malen möchte, braucht auch wieder eine ganz andere Palette. Ich habe entdeckt, dass ich farbenfrohe Motive am meisten mag: Schmetterlinge, Vögel, Blüten. Daher wäre für mich ein größeres vielseitiges Set auf jeden Fall preiswerter gewesen, aber hinterher ist man ja immer schlauer. Es gibt aber auch „Themensets“, also Hautfarben, Beige-und Ombre-Töne, aber davon würde ich eher abraten. Da ist man mit einer eigenen Auswahl meist zufriedener.


    Hier noch der Link zu dem wunderschönen 48-Farben-Koh-i-Noor-Set für alle, die gleich ganz groß loslegen wollen: KOH-I-NOOR Gioconda 48 Soft Pastellstifte Pastell Kreide Set + Anspitzer

  • Estompen, 5 Stück, versch. Größen
  • Ingresblock 9 Farben 100g/m², 24x31cm, 20Blatt
  • Der Preis ist happig, aber es lohnt sich. Das ist echtes Bütten-Papier, was sich nicht nur toll anfühlt, wunderschön aussieht, sondern auch eine optimal raue Oberfläche für einen guten Farbabrieb hat. Übrigens: Das weiße Papier ist ähnlich teuer, aber ich fand das Rumprobieren und die Effekte auf dem mehrfarbigen toll und empfehle es daher wärmstens. An dieser Stelle möchte ich noch mal darauf hinweisen: Nehmt wirklich unbedingt explizites Pastell-Papier. Die sind alle relativ teuer, aber wenn es nicht rauh genug ist oder die Pigmente nicht haften bleiben, ärgert ihr euch. Überall sonst könnt ihr sparen, aber hier auf keinen Fall.

  • Fixativ für Kohle-, Buntstift- und Pastellzeichnungen, 400 ml
  • Ich habe ein anderes, aber das sollte beim Fixativ relativ egal sein. Dieses habe ich nicht ausprobiert, aber das von Guardi gibt es bei Amazon nicht und ich denke, die Unterschiede werden nicht so groß sein. Fixieren solltet ihr aber unbedingt, sonst verschmiert euch alles.

Pastellmalerei-Grundausstattung

Meine erste Grundausstattung für Pastellmalerei. ©kreativ-kann-jeder.com

Basiswissen zur Technik: Schritt für Schritt

  1. Erst wird mit der Basisfarbe grundiert. Man muss nicht grundieren, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass das spätere Ineinandermalen der Farben auf dem Blatt und die Übergänge dann leichter sind, wenn man schon eine weiche Basis hat.
  2. Dann folgen die verschiedenen Farbabstufungen.
  3. Schließlich Strukturen, Licht und Schatten.
  4. Am  Schluss folgen die Details, die sich von der farbigen Oberfläche abheben und nicht eingearbeitet werden, wie z.B. Haare. Sie werden mit harten Kreiden oder Stiften aufgemalt.

Je nach Oberfläche und Stil wird zwischendurch verwischt.

Pastell Eisvogel

Eisvogel mit Pastellstiften gemalt ©kreativ-kann-jeder.com

Was macht man mit dem Pigmentstaub? 3 Tipps

Wer mit der Pastellmalerei anfängt, wird schnell merken, dass es unheimlich staubt. Die Kreiden sind trocken und lösen sich, wenn man damit über das Papier schabt.

  1. Sauber arbeiten
    Achtet darauf, besonders sauber zu arbeiten. Wenn man aus Versehen mit dem Handballen über den Farbpigmentstaub wischt, während man andere Stellen zeichnet, sieht das Bild schnell unsauber oder verschmiert aus. Deswegen solte man darauf achten, entweder die Hand nicht abzulegen oder extra ein Tuch darunter zu legen.
  2. Schützt die Umgebung und tragt Arbeitskleidung
    Der bunte Staub verteilt sich überall und legt sich auch auf umliegende Teppiche, Sofas oder Klamotten. Dort kann er die Oberflächen verfärben. Deswegen schützt einfach alles ind er Umgebung, was euch wichtig ist und was man nicht einfach abwischen kann.
  3. So bekommt man den Staub vom Papier
    Mit Pastellkreiden malt man in der Regel auf einer horizontalen oder nur leicht angeschrägten Arbeitsfläche und nicht auf einer Staffelei. Dadurch bleibt der sich ablösende Staub zum großen Teil auf dem Bild liegen. Damit er sich nicht in Regionen des Werkes verteilt, wo er nicht hinsoll, solltet ihr ihn regelmäßig vom Blatt entfernen. Wischt ihn aber auf keinen Fall einfach weg. So verschmiert man einfach nur das ganze Bild. Man kann ihn z.B. wegpusten, davon arten jedoch viele ab, weil auch das das Bild verschmieren kann. Außerdem besteht so die Gefahr, dass man den Pigmentstaub einatmet. Ein Alternative ist, das Bild vertikal zu halten und vorsichtig mit einem Stift dagegen zu klopfen, damit der Staub abfällt. Man sollte natürlich etwas darunter legen, um den Staub aufzufangen, am besten ein feuchtes Tuch oder Küchenpapier.
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