Das 1 x 1 der Aquarellmalerei: Technik, Zubehör & Tipps

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Inhalt:
Aquarell Techniken: Worauf muss man achten?
Lavieren und Lasieren: Was ist das?
Aquarell Pinsel: Worauf sollte man achten?
Aquarell Papier: Welches ist am besten?
Aquarell Farben: Was ist wichtig?
Aquarell Farben: Was bedeuten die Zeichen auf der Tube?

Das Wort Aquarell ist hergeleitet vom lateinischen Wort aqua (Wasser). Aquarellmalerei ist eine lasierende Maltechnik mit nicht-deckenden Wasserfarben, die dadurch oft sehr soft, bei hellen Farben wie lichtdurchflutet wirkt. Die besondere Leuchtkraft der Farben entsteht durch die einzigartige Zusammensetzung von Aquarellfarben: Sie bestehen nur aus Pigmenten, wasserlöslichen Bindemitteln und Feuchthaltemitteln. Es wird nichts beigemischt, wie etwa bei Gouache und sie werden lediglich mit Wasser verdünnt auf den Malgrund aufgetragen.

Worauf muss man achten bei der Aquarellmalerei?

Aquarellmalerei zeichnet sich dadurch aus, dass es keine weiße Farbe gibt. Weiße Areale entstehen durch Aussparungen. Dadurch sollte man schon von Anfang an wissen, wo die weißen Flächen entstehen sollen, denn nachträglich einfügen kann man sie ja nicht. Das muss man am Anfang ein bisschen üben, weil diese „negative“ Technik für viele ungewohnt ist. Sobald man das Prinzip verinnerlicht hat, kann man Aquarellmalerei aber sehr frei und intuitiv nutzen.

Aquarell Maltechniken: Lasieren und Lavieren

Die zwei wichtigsten Techniken bei der Aquarellmalerei sind Lavieren (Nass-in-Nass-Malen) und Lavieren (auf bereits getrocknete Farbschichten malen).

Lavieren

Beim Lavieren werden verschiedene, mit Wasser stark verdünnte Aquarellfarben „ineinander“ gemalt. Dadurch, dass die Farben noch sehr feucht sind, laufen sie ineinander. Was hier zu beachten ist:
– die feuchtere Farbe fließt in Richtung der trockeneren Schicht
– die Farbe fließt nur in dem Bereich des Malgrundes, die nass ist, kann also vorher mit dem Pinsel abgegrenzt werden

Lasieren

Beim Lasieren wird eine neue Farbschicht auf die bereits getrocknete Farbschicht aufgetragen. Die darunterliegende Farbe ist aber noch immer zu sehen.
Was beim Lasieren zu beachten ist:
– Hell-Dunkel-Abstufungen und Mischtöne entstehen durch das gezielte Übereinanderlegen bestimmter Farbschichten.
– die untere Farbschicht muss unbedingt komplett getrocknet sein und sollten mit wenig Druck darüber „gelegt“ werden. Ist die untere Farbe noch feucht oder wird sie durch zu viel Druck mit dem Pinsel wieder gelöst, vermischen sich die Farben und können zu ungewollten Mischtönen werden. Die typische Farbstrahlkraft der Lasurtechnik geht verloren.

Aquarellmalerei: Welches Zubehör braucht man?

Pinsel und Schwämme

Besonders gut eignen sich Rotmarder-Pinsel, allerdings spielt die Qualität des Pinsels beim Anfangen eine untergeordnete Rolle. Für die gezielte Aufnahme von Flüssigkeit und auch für den Fall, dass die Farbe anfangs nicht in die gewollte Form und Richtung läuft, sollte man immer saubere Schwämme und Tücher zur Hand haben.

Papier

Die Auswahl des richtigen Papiers ist wichtig. Wer Aquarellmalerei erst mal für sich ausprobieren möchte, muss sich dafür keine extra Pinsel zulegen. Papier allerdings schon. Herkömmliches Papier, z.B. Papier für Acrylfarben, ist in der Regel viel zu dünn und da die Farbe beim Aquarellieren sehr feucht ist und viel mit Wasser gearbeitet wird, würde sich dieses Papier wellen. Um sowohl lavieren als auch lasieren zu können, sollte man sich Papier zulegen, was mindestens 600/qm hat und keine Beschichtung, auf der sich die Farbe sammelt.
Für die verschiedenen Techniken eignen sich verschiedene Arten von Papier, aber wer auf ein speziell als Aquarellpapier ausgezeichnetes Papier zurückgreift, kann erst mal nichts falsch machen. Der Grundstoff aller Aquarellpapiere ist Holzzellulose.
Bei der Auswahl des Papiers sollte man darauf achten, ob es sich um Papier mit feinkörniger, auch satiniert genannter, oder grobkörniger Oberflächenstruktur handelt, denn das wird euer Aquarell beeinflussen. Bei Grobkorn-Papier bleibt die Struktur durch die Farben hindurch sichtbar, das satinierte Papier reflektiert das Licht besser und unterstützt das charakteristische Leuchten der Aquarellfarben.

Wer sich etwas gönnen möchte oder die Oberflächenstruktur der verschiedenen Papiere mal kennenlernen möchte, dem empfehle ich Hadernpapier und Büttenpapier. Sie sind etwas teurer, man kann sie aber als Einzelbögen kaufen.

Hadernpapier war früher aus sogenannten Hadern (Baumwoll-Lumpen), daher der Name. Heute werden eher Baumwoll-Linters (die Samenhaare der Baumwoll-Kapsel) verwendet. Der Vorteil: Die Pigmente haften besser und lösen sich nicht mehr vom Papier; Hadernpapier ist daher gut zum Lasieren geeignet.

Büttenpapier ist sogenannte “Rundsiebware”. Das bedeutet, der Papierbrei, aus dem es ist, wird mit einem Sieb aus einer Wanne oder einem Zuber – der Bütte – geschöpft. Traditionell wird das mit der Hand gemacht; es entsteht handgeschöpftes Büttenpapier, was einen stolzen Preis hat, aber auch sehr schön ist. Büttenpapier zeichnet sich durch seine fransigen Ränder aus. Das Papier wellt sich kaum und man kann sehr schön damit arbeiten.

Aquarellfarben

Aquarellfarben bestehen aus Pigmenten, Bindemittel, Netzmittel und Feuchtigkeitsbinder. Man kann sie in Tuben oder fest gegossen in Näpfchen kaufen. Ich persönlich arbeite lieber mit den Tubenfarben, weil sie von der Konsistenz her vielseitiger einsetzbar sind, wie ich finde.

Ich selbst empfand Aquarellmalerei am Anfang als sehr schwer. Man kann nicht so sauber mehrere Schichten auftragen, wie bei Acrylfarben und muss die weißen Stellen auslassen. Es ist also eine sehr spontane, schnelle Malerei, die man auch ein bisschen üben muss, bevor es gut aussieht. Warum ich das an der Stelle erzähle? Auch wenn viele Leute darauf hinweisen, wie wichtig die Qualität der Aquarellfarben ist und dass die Tubenfarben in der Regel besser sind (das stimmt auch), empfehle ich für den Anfang einen Kasten mit einer schönen Mischung aus Farben. Die sind nicht so teuer und ihr könnt erst mal ausprobieren, ob Aquarellmalerei überhaupt das richtig für euch ist. Investiert am Anfang lieber mehr in die Pinsel. Die könnt ihr dann auch anderweitig verwenden, falls Aquarellmalerei euch doch nicht so gefällt.

Zu den Farben:

Wenn ihr sie einzeln kauft, enthalten sie Angaben zu Lichtbeständigkeit , Deckkraft und Haftung auf dem Papier (auch staining genannt).

Lichtbeständigkeit:

Sternsymbole von 1-5 bezeichnen die Lichtbeständigkeit von Aquarellfarben auf der Tube.

Deckkraft:

Quadrate mit verschiedenen Füllungen: Kennzeichnung für Deckkraft von Aquarellfarben

Verankerung der Farbe auf dem Papier:

Dreiecke mit verschiedenen Füllungen: Kennzeichnung von Aquarellfarben von staining bis non-staining

Diese Symbole kennzeichnen die Haftung der Aquarellfarbe auf dem Papier.

In der Praxis sieht das dann so aus:

Tube Aquarellfarbe mit Eigenschaftskennzeichnung

Abhängig vom Hersteller gibt es dann noch verschiedene Nummerierungen oder andere Merkmale, die kennzeichnen, ob es sich um Studien- oder Künstlerqualität handelt.

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